Neue Umsatzsteuer ab 2015 – Änderung für Onlinehändler

Von Cathrin Opitz - 22.10.2014
Kategorie: eCommerce Trends

Eine neue Umsatzsteuerregelung für den Online Versandhandel – Die EU führt nach SEPA und der neuen Verbraucherrechterichtlinie eine weitere Neuregelung ein, die weitreichende Konsequenzen für Onlinehändler und Shop-Betreiber nach sich zieht.

Die Umsatzsteuer für digitale Produkte und Dienstleistungen wird umfassend reformiert und ab 01.01.2015 EU-weit eingeführt.

Die gravierendsten Auswirkungen haben die neuen Änderungen auf die eingesetzten Shop-Systeme. e-vendo deckt in der neuesten Version bereits alle rechtlichen Anforderungen an die neue Umsatzsteuer 2015 für Dienstleistungen und digitale Güter ab. Lesen Sie hier mehr!

Was ist der Hintergrund des neuen Umsatzsteuerrechts 2015?

Durch die Regelung der Umsatzsteuer ab 2015 will die Europäische Union eine spezielle Art der Steuerflucht unterbinden. Die Mitgliedsstaaten sollen sich beim Wettbewerb um die Ansiedlung neuer Unternehmen nicht mit Hilfe des Umsatzsteuersatzes gegenseitig ausspielen. Kann heute noch ein Unternehmen seinen Firmensitz in ein Land legen, das mit einem niedrigen Steuersatz lockt, soll die Besteuerung mit der neuen Regelung künftig gerechter umgesetzt werden. Zudem soll den Unternehmen eine Expansion ins Ausland erleichtert werden.

Der Regelung liegt die Richtlinie 2008/8/EG zugrunde, die bereits im Februar 2008 beschlossen wurde.

Wer ist vom neuen Umsatzsteuerrecht 2015 betroffen?

Betroffen sind alle Onlinehändler und Shopbetreiber, die über das Internet Dienstleistungen und digitale Produkte an Privatkunden ins EU-Ausland verkaufen. B2B-Händler sind von der Regelung nicht betroffen.

Unter digitale Produkte fallen unter anderem:

  • Digitale Güter, die zum Download angeboten werden, wie etwa Filme, Audiodateien (Musik oder Hörbücher), eBooks, Spiele, Computerprogramme aber auch Apps für Smartphones und Tablets
  • Software-as-a-Service Produkte, z.B. Mietshoplösungen, Webhosting-Dienste und Dienstleistungen, wie etwa Fernwartung
  • Bilder und Grafiken zum Download
  • Texte, Artikel usw.
  • Online Schulungsprogramme oder Weiterbildungsangebote

Was bedeutet die Änderung des Umsatzsteuergesetzes für Onlinehändler?

Statt wie bisher die Umsatzsteuer im Land des Firmensitzes zu berechnen und abzuführen wird mit der neuen Regelung ab 2015 die Umsatzsteuer in dem Land berechnet und abgeführt, in das geliefert wird. Die Steuersätze für die neue Umsatzsteuer sind somit variabel und können zwischen 2 und 25% liegen. (Eine Übersicht über alle derzeit geltenden Umsatzsteuersätze in der EU finden Sie hier.) Zudem müssen die rechtlichen Anforderungen des Ziellandes an Dokumente, wie z.B. Rechnungen, berücksichtigt werden. Theoretisch müsste sich der Onlinehändler in jedem Land, in das er digitale Waren oder Dienstleistungen verkauft, steuerrechtlich registrieren lassen und dort die Steuer abführen. Um dieses Verfahren zu vereinfachen wird in jedem EU-Land eine zentrale Erfassungsstelle gegründet (mini-one-stop-shop oder auf Deutsch kleine einzige Anmeldestelle genannt), die die entsprechenden Daten an die zuständigen EU-Finanzämter verteilt.

Welche Auswirkung hat die Regelung auf das eingesetzte Onlineshop-System?

Die gravierendste Auswirkung hat die neue Regelung allerdings auf die eingesetzten Shopsysteme. Diese müssen technisch angepasst werden, um den neuen Anforderungen zum Umsatzsteuerrecht 2015 zu entsprechen. Dies betrifft vor allem:

  • Bruttopreis-Anzeige für ausländische Besucher
  • Erkennung des Herkunftslandes des Nutzers
  • Individuelle Preiskalkulation pro Land
  • Exakte Trennung von B2B und B2C-Kunden
  • Anpassung von Rechnungen an die gesetzlichen Vorgaben
Laut Stichproben des Fachmagazins t3n haben die meisten großen Anbieter noch keine konkreten Lösungen entwickelt.
Die e-vendo AG, Anbieter von Warenwirtschaftssystemen mit integriertem Onlineshop deckt in ihrer neuesten Version bereits die komplette Bandbreite der rechtlichen Anforderungen ab:
  • Die Bruttopreise werden je nach Herkunftsland korrekt mit dem länderspezifischen Umsatzsteuersatz im Onlineshop ausgegeben.
  • Die Preiskalkulation erfolgt im Warenwirtschaftsprogramm ebenso auf Basis des länderspezifischen Umsatzsteuersatzes.
  • Es kann pro Land gewählt werden, ob der Netto-Preis konstant bleiben oder zum Beispiel aufgrund einer großen Differenz beim Umsatzsteuersatz entsprechend angepasst werden soll, um die Margen nicht zu schmälern.
  • Integration der entsprechend kalkulierten Netto-Preise und des korrekten Umsatzsteuerbetrages sowie weitere länderspezifische Anforderungen in die Rechnungen.
  • Die saubere Trennung von Geschäftskunden, die nicht von der Regelung betroffen sind, und Privatkunden, auf die die neue Umsatzsteuerregelung zutrifft.
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